Backup & IT-Sicherheit im Kreis Kleve

Backup und Schutz vor Verschlüsselungstrojanern

Fast jeder Betrieb sagt mir, dass eine Sicherung läuft. Ob sie im Ernstfall trägt, weiß meistens niemand. Hier steht, woran Sicherungen scheitern, was die 3-2-1-Regel für fünf bis zehn Arbeitsplätze bedeutet und was im Ernstfall zu tun ist.

„Wir haben ein Backup“ — und die Daten sind trotzdem weg

Meist hat vor Jahren jemand etwas eingerichtet und danach nie wieder hingesehen. Drei Muster kommen immer wieder.

Sie liegt auf derselben Platte

Zweiter Ordner, zweite Partition, derselbe Datenträger. Das hilft gegen versehentliches Löschen. Fällt die Platte aus, ist beides gleichzeitig weg. Eine Kopie auf demselben Gerät ist keine Sicherung.

Sie hängt dauerhaft am Netz

Ein Verschlüsselungstrojaner nimmt sich alles vor, was der befallene Rechner beschreiben darf. Die USB-Platte, die seit zwei Jahren angesteckt ist, gehört dazu, das Netzlaufwerk mit Vollzugriff ebenso. Die Sicherung wird mitverschlüsselt.

Der Fehler steht seit Monaten im Protokoll

Sicherungsprogramme melden Fehler zuverlässig — an eine Adresse, die niemand mehr liest. Der Betrieb läuft dann Monate ohne gültige Sicherung weiter, und es fällt am Tag des Ausfalls auf.

Die 3-2-1-Regel, in Worten statt in Fachbegriffen

Drei Kopien Ihrer Daten, auf zwei verschiedenen Arten von Speicher, eine davon außer Haus. Für einen Betrieb mit fünf bis zehn Arbeitsplätzen sieht das so aus.

Kopie 1 — die Arbeitsdaten

Der Server im Technikraum oder der Rechner mit der Warenwirtschaft. Das ist keine Sicherung, das ist das Original.

Kopie 2 — nachts im Haus

Ein Sicherungsgerät mit eigenen Zugangsdaten, nicht als Laufwerksbuchstabe sichtbar. Wer am Arbeitsplatz sitzt, kommt nicht heran — ein Schadprogramm auch nicht.

Kopie 3 — außer Haus

Verschlüsselt in einen Online-Speicher oder auf zwei Wechselplatten im Tausch, eine davon immer im anderen Gebäude. Die Kopie für Feuer, Wasser und Einbruch.

Dazu mehrere Stände

Eine Verschlüsselung fällt selten sofort auf. Halten Sie Wochen zurück vor, damit Sie auf einen Stand vor dem Befall zurückkönnen.

Worauf es ankommt: die Wiederherstellung

Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist keine Sicherheit, sondern eine Vermutung. Der Rückspieltest läuft in vier Schritten.

Ziel festlegen

Eine Datei, ein Datenbankstand, der ganze Server? Dazu zwei Zahlen: Wie lange darf der Betrieb stehen, wie viele Stunden Arbeit dürfen fehlen?

Auf Ersatz zurückspielen

Nie über das laufende System. Ich spiele auf ein Testgerät oder in eine virtuelle Maschine zurück, dann richtet ein misslungener Versuch keinen Schaden an.

Fachlich prüfen

Nicht, ob Dateien da sind — sondern ob die Anwendung startet, die Datenbank sich öffnet und ein alter Beleg sich drucken lässt. Das prüft jemand aus Ihrem Betrieb.

Zeit stoppen, aufschreiben

Datum, Dauer, was geklemmt hat. Danach wissen Sie, wie lange ein echter Ausfall dauert. Kleiner Test je Quartal, einmal im Jahr der ganze Server.

Wie so ein Vorfall abläuft

Ohne Knall, meistens am Wochenende

Der Anfang ist unauffällig: eine Mail mit Anhang, die wie eine Bewerbung aussieht. Oder ein Zugang von außen, der fürs Homeoffice geöffnet wurde und dessen Passwort seitdem gleich blieb. Bis zum Schaden vergehen oft Tage, in denen das Schadprogramm die Freigaben und die Sicherung sucht.

Verschlüsselt wird bevorzugt nachts. Montagmorgen tragen Dateien fremde Endungen, die Warenwirtschaft startet nicht, auf dem Bildschirm liegt eine Zahlungsaufforderung. Die erste Reaktion ist fast immer ein Neustart — ungünstig, weil Spuren verloren gehen und manche Schadprogramme dabei weiterarbeiten. Danach zählt nur, welcher Datenstand zurückkommt und wie lange der Betrieb dafür steht.

Was schützt, bevor etwas passiert

Einen einzelnen Schalter für Sicherheit gibt es nicht. Diese fünf Punkte zusammen machen den Unterschied.

Sicherung getrennt halten

Eigene Zugangsdaten, kein Laufwerksbuchstabe am Arbeitsplatz, ein Stand offline oder nicht überschreibbar. Der wirksamste Punkt der Liste.

Rechte sparsam vergeben

Nicht jeder braucht jeden Ordner, und niemand sollte als Administrator arbeiten. Was der Anwender darf, darf auch das Schadprogramm in seinem Namen.

Updates einspielen

Arbeitsplätze, Server, Firewall, alles von außen Erreichbare. Systeme ohne Sicherheitsupdates ablösen, Fernzugriff hinter ein VPN legen.

E-Mail vorher filtern

Ein Filter vor dem Postfach fängt vieles ab, bevor jemand klicken kann. Und Office-Dokumente aus dem Internet dürfen keine Makros ausführen.

Mitarbeiter, die es merken

Eine halbe Stunde reicht oft: Woran erkenne ich eine verdächtige Mail, wen rufe ich an? Wichtig ist, dass Melden keinen Ärger gibt. Sonst meldet niemand.

Es ist passiert — was jetzt zu tun ist

Sofort vom Netz

Netzwerkkabel ziehen, WLAN abschalten, an jedem betroffenen Gerät und am Server. Danach die Sicherungsmedien trennen, damit die letzte gute Kopie außer Reichweite ist.

Nicht neu starten

Nicht herunterfahren, nichts löschen, nichts aufräumen. Der Zustand des Geräts ist die Grundlage dafür, den Weg des Angriffs nachzuvollziehen.

Hilfe holen

Rufen Sie an, bevor jemand aus gutem Willen etwas überschreibt: 0151 41604825. Eine Anzeige bei der Polizei ist möglich und schadet nicht.

Meldepflichten prüfen lassen

Sind personenbezogene Daten betroffen, greift in der Regel die Meldepflicht gegenüber der Aufsichtsbehörde nach Art. 33 DSGVO, je nach Risiko auch die Benachrichtigung der Betroffenen nach Art. 34.

Den technischen Teil liefere ich: was passiert ist und welche Systeme betroffen waren. Die Frist ist knapp bemessen, den Stand bitte prüfen. Die verbindliche Bewertung — ob gemeldet werden muss und ob eine Zahlung rechtlich problematisch wäre — kommt von einem Anwalt oder Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Häufige Fragen zum Backup

Reicht eine externe Festplatte als Backup?

Als einziges Ziel nicht. Eine Platte, die dauerhaft am Rechner steckt, erwischt ein Verschlüsselungstrojaner wie die Originaldaten. Sinnvoll wird sie, wenn nach der Sicherung getrennt wird und zwei Platten im Wechsel laufen, eine davon außer Haus.

Ist ein Cloud-Speicher schon ein Backup?

Ein Ordner, der laufend mit einem Online-Speicher abgeglichen wird, ist eine Synchronisierung. Wird eine Datei verschlüsselt, geht die Änderung nach oben mit. Zur Sicherung wird es erst, wenn ältere Stände getrennt aufbewahrt werden und Sie sie zurückholen können.

Was kostet es, das Backup einmal prüfen zu lassen?

Bestandsaufnahme und erster Rückspieltest dauern meist ein bis zwei Stunden. Vor Ort 95 € je Stunde, per Fernwartung 85 €, im 15-Minuten-Takt. Im Wartungspaket ab 89 € im Monat für bis zu fünf Arbeitsplätze läuft die Überwachung mit. Alle Beträge sind Endpreise.

Nachsehen lassen, bevor es darauf ankommt

Wenn Sie nicht sagen können, wann zuletzt erfolgreich zurückgespielt wurde, lohnt sich ein Termin. Telefonat und Angebot kosten nichts.

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Die Überwachung von Sicherung und Serverzustand gehört zum Wartungspaket — Näheres unter IT-Wartung und Leistungen.